38. Tag Santiago – Muxia 78 km – Costa da Morte

Nach einer lockeren Fahrt, was machen denn schon ein paar Huegel, bin ich am Atlantik angekommen. Hier haengen allerdings P1020877.JPG die Wolken bis auf die Wellenkaemme der Brandung. Diesen Kuestenabschnitt nennt man auch Costa da Morte. Hier haben schon viele ihr Ende gefunden, unter anderem auch der eine oder andere Oeltanker. Muxia liegt in einer tiefen, gegen das Meer sehr gut geschuetzten Bucht. Ich gehe jede Wette ein, dass die Stadt eine Gruendung von Seeraebern ist, die an der Kueste ihr Unwesen trieben.

P1020863.JPG Unterwegs hatte ich noch eine nette Begegnung. Ich habe Julian aus dem Elsas getroffen. Julian hat mir erzaehlt, dass er schon 14000 km (vierzehntausend) unterwegs ist, jetzt nach Fatima fahren will und bevor es zu kalt wird, nach Afrika uebersetzen will, um das Mittelmeer suedlich zu umrunden.  An einer starken Gefaellstrecke ist mir dann ohne Aufenthalt noch Oliver aus Berlin entgegen gekommen, den ich vor Santiago getroffen habe. Die Welt ist auch an ihrem Ende recht klein.

P1020885.JPG Bezogen auf den Jakobsweg hat die Stadt P1020889.JPG aber eine viel andere, wesentliche Beziehung. Nach der Ueberlieferung hat die Jungfrau Maria persoenlich den Leichnahm des Jakobus hier an Land gebracht und dafuer gesorgt, dass er dann an die Stelle des heutigen Santiage gebracht wurde. Dort wurden seine Gebeine auf wunderbare Weise 800 Jahre spaeter wieder gefunden. Nach dem einer der Paepste dieses Mirakel als wahr erklaert hatte, wurde Santiago von 1200 Jahren zum Wallfahrtsort. Man kann also getrost sagen, die Jakobslegende hat was!

Muxia ist damit der Anfang und das Ende des Jakobsweges. Die Ausschilderung geht ueber Finisterre weiter bis hier her. Damit habe ich eigentlich den allerletzten Schritt vorgezogen. Jetzt mache ich mich auf nach Finisterre, noch gute 40 Km, und hoffe, einen besseren Rechner zu finden.

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Ein Kommentar zu 38. Tag Santiago – Muxia 78 km – Costa da Morte

  1. Erwin Engelbrecht sagt:

    Hallo Helmut,
    gezweifelt habe ich nie daran, dass Du dein Ziel gesund und munter erreichen wirst. Trotzdem auch von mir dazu die herzlichsten Glückwünsche. Aber ein Zweifel nagt, dann doch in meiner Protestantenseele: Hast Du auch wirklich den wahren Jakob dort gesehen? Vielleicht lag Luther mit seinen Mutmaßungen gar nicht so weit daneben,

    Viel mehr mehr interessiert mich als Agnostiker das Ende der Erde, nicht das Ende der Welt. Ich bin schon gespannt auf die Bilder und Deine Berichte vom Kap

    In Dem Sinne: Gute Heimkehr wünscht Dir Erwin

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