35. Tag Portomarin – Arzúa 54 km – Pilgertouris

P1020792.JPG Das Wetter hat gehalten, was der Wetterbericht versprochen hat. Allerdings ist der Dauerregen einzelnen Schauern von galizischer Heftigkeit gewichen. Ich muss aber sagen, das macht mir ueberhaupt nichts mehr. Meine Regensachen sind top und haben sich wirklich bezahlt gemacht. Wenn ich mal Zeit finde, werde ich unter der Rubrik Ausruestung Entsprechendes veroeffentlichen..

Meine Kommentatoren haben mich wirklich durchschaut. Ich habe so das Gefuehl, die Fahrt  und die Ankunft noch herszoegern zu muessen. Mit Gewalt koennte ich Santiago heute noch erreichen. Das waere aber wieder Stress und so freue ich mich darauf, an unserem hohen Feiertag – Reformationstag – in die Hoehle des Loewen einzufallen. Dafuer kann ich mir dann an Allerheiligen die Pilgermesse antun. Ich werde, wenn alles klappt, am Montag zum Kap Finisterre durchstarten. Am Samstag kommt dann el Papa nach Santiago. Angeblich so um 14:00 Uhr. Da mein Flieger um 17:15 startet, werde ich ihn wohl verpassen. Es haengt ein wenig von der Kooperationsbereitschaft von Air Berlin ab, vielleicht kann ich frueher kommen. Die haben mir heute per eMail meinen Flug bestaetigt.

P1020795.JPG In allen Fuehrern steht, dass auf den letzten 100 Kilometern der Pilgerstrom anschwillt. In Sarria, 111 km vor Santiago habe ich in einer Bar gesehen, wie dort Stapel von Pilgerausweisen vorbereitet wurden und ich habe mich gefragt, wofuer das gut ist. Jetzt weis ich es. Die Pilger werden mit Bussen an die Strecke gekarrt – kein Bild, weil Regen – und dann laufen die mit leichtem oder ohne Gepaeck schnatternd Richtung Santiago. Unterwegs steht dann wieder der Bus und weiter gehts. Zwischendurch geht es in jede Kapelle oder Bar um sich einen Stempel abzuholen. In meine Herberge ist auch so eine Truppe eingezogen. Drei Mamas mit 7 oder 8 Girlys so um die 12 Jahre, triefend nass und schnatternd. Nach einiger Zeit ist dann einer von so einem Rucksacktransportunternehmen gekommen und hatt eine Wagenladung Koffer und Taschen abgeladen. Die Tagesetappe Rucksacktransport kostet uebrigens 3€. Hoffentlich halten die heute Nacht Ruhe, sonst werde ich wohl meine Spanischkenntnisse testen muessen.

P1020794.JPG Auch heute habe ich mit der Herberge einen guten Griff getan. Ich liege in einem Zimmer mit fuenf Betten mit zwei spanischen Radfahrern, Dusche gleich nebenan. Es gibt eine Waschmaschine, einen Trockner und eine gut eingerichtete Kueche. Heute gibt es wieder Bohnen mit Speck! Was mir die Wahl der Herberge besonders leicht gemacht hat, hier steht ein Internetrechner und es gibt auch ein Telefon. Damit sind alle Beduerfnisse eines bescheidenen Pilgers erfuellt. Auf dem Bild kann man zwei erprobte Dinge sehen, den Seidenschlafsack vom Deutschen Alpenverein, in jeder Herberge ein Muss und meine Waescheleine, die ich schon seit Jahren durch ganz Europa schleppe.

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2 Kommentare zu 35. Tag Portomarin – Arzúa 54 km – Pilgertouris

  1. Artur sagt:

    Hallo Helmut,
    deine Wäscheleine erinnert mich an meine Tour mit Gerd durch Norwegens Fjorde. Der Seidenschlafsack ist bestens bekannt, und speziell am Preikestoelen sah unser Nachtlager fast identisch aus.
    Die für die letzte Etappe alles Gute. Und solltest du wirklich den Flieger verpassen, fährst du eben mit dem Fahrrad zurück. Den Weg kennst du ja jetzt.
    Artur

  2. Rauch sagt:

    Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Zimmer in der Herbege – nachdem ich über dem Naturstein an der Wand die Tapete auf dem Bild sah, kam gleich der Habewill-Effekt auf. – Denke die hätte auch eine beruhigende Wirkung auf unsere Schüler, wenn Sie auf die Ergebnisse der MaNaKlausur warten. 🙂
    Ansonsten würde ich mir das mit dem Flieger verpassen wirklich gründlich überlegen – die Tour mit dem Rad nach Hause ist abwegig – weil es geht auf den Winter zu, dann doch lieber weiter gen Süden – vielleicht über Gibraltar dann weiter zur heiligen Stadt ? – Solltest das mal mit Deiner besseren Hälfte andiskutieren. – In diesem Sinne weiterhin viel Pilgerglück.

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